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Muzkkka: Da war doch mal was?

Am Beispiel Muzkkka zeigt sich exemplarisch, dass man nicht misstrauisch genug sein kann. Zu Anfang hieß es:

  • Das Muzkkka wird von einem zu gründenden Verein betrieben.
  • Das Land stellt das alte Katasteramt kostenlos zur Verfügung.
  • Die Stadt wird die Arbeit unterstützen.

Das entwickelte sich später so:

  • Der Verein finanziert mit den Eintrittsgeldern und Spenden nur die Kosten für die leihweise Überlassung der Ausstellungen, die Werbung und seine Verwaltung. Das Muzkkka ist kein Museum, sondern eine Galerie.
  • Die Unterhaltung des Gebäudes übernimmt die Stadt in voller Höhe. Bis zur Übernahme des Hauses in Erbpacht zahlte die Stadt dem Land dafür jährlich 30.000 Euro. Jetzt zahlt sie den gesamten Unterhalt.
  • Außerdem leisteten städtische Bedienstete allein im 2. Halbjahr 2009 Arbeitsstunden in Muzkkka für fast 10.000 Euro.
  • Am Gebäude sollen noch ein Treppenhaus mit Fahrstuhl und ein Anbau mit Archiv und Multifunktionsraum – die so genannte Katze – errichtet werden. Geplante Kosten 1.210.000 Euro; davon Eigenanteil Stadt 240.000 plus Einrichtung. Bei gleicher Verteuerung wie beim Bahnhof muss man mit 300.000 Euro Mehrkosten rechnen, sämtlich von der Stadt zu tragen. Die Folgekosten dieses Prestigeprojekts schätzen wir insgesamt auf bis zu 100.000 Euro jährlich.

Das meinte die UBR dazu

  • Die Finanzen der Stadt erlauben dies nicht.
  • Wir finden es nicht richtig, dass der Muzkkka-Verein, dessen Vorsitzender laut Satzung der Bürgermeister der Stadt Rotenburg ist, keinen Beitrag zur Unterhaltung des Gebäudes leistet.
  • Wenn schon Muzkkka, dann reicht auch ein Aufzug an der Rückseite des Gebäudes für etwa 100.000 Euro. Der Anbau ist überflüssig.
  • Aufgabe der Stadt ist es nicht, ein Archiv für die Sammlung eines Privatmannes zu bauen.
  • Es kann auch nicht sein, dass die Stadt –zigtausende an Kosten trägt, um einen neuartigen Baustoff, mit dem bisher nur 2 Brücken gebaut wurden, auf seine Tauglichkeit für den Hochbau („Katze“) zu testen.

Der Betrieb des Muzkkka wurde auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum 31.12.2011 eingestellt. Der Verein ist aufgelöst. Dieser Ausflug in die Kulturlandschaft hat unsere überschuldete Stadt rund 350 000 € gekostet, obwohl der Muzkkka-Verein laut Satzung das Muzkkka betreiben und unterhalten sollte. Das habe man nur wegen der Gemeinnützigkeit in die Satzung geschrieben, antwortete der damalige Bürgermeister – gleichzeitig kraft Satzung des Vereins 1. Vorsitzender – auf Nachfrage der UBR. Tatsächlich hat die Stadt die Unterhaltung des Gebäudes voll übernommen, Leistungen des Bauhofs erbracht sowie Honorare für Architekt, Ingeniere und Gutachter bezahlt. Die absolute Mehrheit der SPD hat alles durchgewinkt.

Beendigung des Projekts Muzkkka

Das Muzkka gibt es nicht mehr- UBR und CDU haben ihr Versprechen gehalten. ….

Hätte die UBR nicht gemeinsam mit der CDU den „Leuchtturm“ Muzkkka beendet, müssten wir heute jährlich weitere rund 170 000 € von den Bürgern abverlangen für Zins und Tilgung des Eigenanteils des  Anbaus „Katze“, die Unterhaltung des Gebäudes sowie Sach- und Personalkosten, denn ein Galeriedirektor – ein richtiges Museum war es ja nie – hätte nach dem Ableben des Leiters gesucht, gefunden und bezahlt werden müssen. Dies hätte bei der Aktion Rettungsschirm zusätzlich schmerzliche Gebühren-, Steuererhöhungen oder Leistungskürzungen notwendig gemacht. Umgerechnet auf die Grundsteuer wären das zusätzliche 45%-Punkte jedes Jahr. Schon in der kurzen Zeit seines Bestehens hat das Muzkkka für Unterhaltung des Gebäudes und Planung des Neubaus über 300 000 € verschlungen, die wir jetzt gut gebrauchen könnten.

 
    KOMMENTAR 1
  1. Administrator

    Dieser Artikel wurde am Montag, den 01.04.2013 um 10:54 Uhr überarbeitet. Hinweise zu Aktualisierungen finden Sie stets hier in den Kommentaren.

  2. KOMMENTAR 2
  3. ubr-admin

    Dieser Artikel wurde am Montag, den 25.10.2015 um 11:10 Uhr überarbeitet. Hinweise zu Aktualisierungen finden Sie stets hier in den Kommentaren.

 

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